Take-Two nennt GTA-6-Vorbestellungen „beispiellos“ und „astronomisch“
Erstmals hat sich Take-Two Interactive offiziell zur Nachfrage nach GTA 6 geäußert, und die Wortwahl von CEO Strauss Zelnick lässt keinen Zweifel an der Stimmung im Unternehmen. Konkrete Zahlen bleiben trotzdem weiterhin unter Verschluss.
Kurz erklärt
- Take-Two hat am 7. August seine Zahlen für das erste Fiskalquartal 2027 vorgelegt, dem ersten Quartal seit Start der GTA-6-Vorbestellungen.
- CEO Strauss Zelnick bezeichnete die Vorbestellungen als „beispiellos“, „astronomisch“ und deutlich über den eigenen internen Prognosen liegend.
- Konkrete Verkaufszahlen zu GTA 6 nannte Take-Two weiterhin nicht.
- Der Analysedienst Newzoo schätzt allein für die letzten fünf Junitage rund 260 Millionen US-Dollar an weltweiten digitalen Vorbestellungen, den bislang stärksten Öffnungszeitraum, den die Firma je gemessen hat.
- Zelnick verteidigte sowohl den Preis von 79,99 US-Dollar als auch die rein digitale Verpackung ohne Spiel-Disc.
- Die Jahresprognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden US-Dollar Nettobuchungen bleibt trotz der starken Vorbestellungen unverändert.
Der erste offizielle Blick hinter die Kulissen
Wochenlang gab es zur tatsächlichen Nachfrage nach GTA 6 nur Händlerdaten, Analystenschätzungen und unbestätigte Insider-Aussagen. Mit den Quartalszahlen vom 7. August hat sich das geändert. Es war das erste Fiskalquartal, das die am 25. Juni gestarteten Vorbestellungen überhaupt abdeckt, wenn auch nur für die letzten fünf Tage des Zeitraums bis zum 30. Juni. Entsprechend gespannt war die Investorenwelt auf jedes Wort von CEO Strauss Zelnick zu diesem Thema.
Er wurde nicht enttäuscht. Zelnick sprach von einem Vorbestellungsvolumen, das die eigenen internen Prognosen deutlich übertroffen habe, und wählte dafür ungewöhnlich emotionale Worte für eine Investorenkonferenz.
„Beispiellos und verblüffend“: Was Zelnick genau sagte
Gegenüber Investoren erklärte Zelnick, das Vorbestellungsvolumen sei beispiellos und für die Branche in dieser Form bislang unbekannt. Gleichzeitig dämpfte er die Erwartungen an eine schnelle Hochrechnung: Wegen der ungewöhnlichen Größenordnung sei es schwer vorherzusagen, wie sich die Vorbestellungen später in tatsächliche Verkäufe übersetzen. Take-Two betonte in seiner Stellungnahme außerdem, man rechne damit, dass die Vorfreude der Konsumenten bis zum Release im November noch weiter zunehmen werde.
Konkrete Stückzahlen oder einen Umsatzanteil von GTA 6 an den 1,39 Milliarden US-Dollar Nettobuchungen des Quartals nannte das Unternehmen nicht. Diese Zurückhaltung bei den nackten Zahlen sorgte an der Börse für gemischte Reaktionen, dazu weiter unten mehr.
Was unabhängige Analysten zu den Zahlen sagen
Während Take-Two selbst auf konkrete Zahlen verzichtet, hat der Marktforscher Newzoo eigene Schätzungen vorgelegt. Für die letzten fünf Junitage beziffert die Firma die weltweiten digitalen Vorbestellungsausgaben auf rund 260 Millionen US-Dollar, hochgerechnet aus rund 180 Millionen US-Dollar in den USA und fünf großen europäischen Märkten. Nach Angaben von Newzoo handelt es sich um den stärksten Eröffnungszeitraum für Vorbestellungen, den das Unternehmen je in seinen Daten beobachtet hat.
Zelnick verteidigt Preis und digitale Verpackung
Im Verlauf des Calls musste sich Zelnick auch kritischeren Fragen stellen, etwa zum mit 79,99 US-Dollar ungewöhnlich hohen Preis der Standard Edition und zum Verzicht auf eine spielbare Disc in der physischen Version. Beim Preis argumentierte er, die Kosten für Videospiele seien über die Jahre nicht im gleichen Maß gestiegen wie die allgemeine Inflation, weshalb eine Anpassung überfällig gewesen sei. Die starken Vorbestellungen wertete er als Beleg dafür, dass sowohl die Standard- als auch die Ultimate Edition beim Publikum gut ankommen.
Zur fehlenden Disc verwies er auf die eigene Unternehmensstruktur: Über 90 Prozent des Take-Two-Geschäfts liefen inzwischen ohnehin digital, weshalb der Verzicht auf eine physische Disc aus seiner Sicht nur folgerichtig sei. Details zur physischen Version und zum Preload findest du in unserem Artikel GTA 6 vorbestellen: Preis, Editionen, Bonus und Preload .
Starke Zahlen, aber vorsichtige Prognose
Insgesamt meldete Take-Two für das Quartal 1,39 Milliarden US-Dollar Nettobuchungen, leicht über der eigenen Prognosespanne, bei einem Umsatz von 1,53 Milliarden US-Dollar. Getragen wurde das Ergebnis vor allem von den Reihen NBA 2K und GTA, während das Mobile-Geschäft schwächer abschnitt.
Trotz der positiven Kommentare zu GTA 6 hat Take-Two seine Jahresprognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden US-Dollar Nettobuchungen für das laufende Geschäftsjahr nicht angehoben, obwohl der Marktkonsens mit rund 8,6 Milliarden US-Dollar deutlich darüber lag. Zelnick begründete das schlicht damit, dass bislang schließlich noch keine einzige Einheit von GTA 6 tatsächlich verkauft worden sei. Die Börse reagierte gemischt: Die Aktie legte zunächst zu, gab die konservative Prognose aber teilweise wieder ab.
Netflix-Termin im gleichen Atemzug bestätigt
Im Rahmen des Calls bestätigte Take-Two zusätzlich offiziell die bereits einen Tag zuvor angekündigte Netflix-Premiere von „Grand Theft Auto VI: An Extended Look“ am 27. August. Take-Two bezeichnete die Zusammenarbeit als „bahnbrechende Partnerschaft“ und die erste ihrer Art mit einem Streaming-Anbieter, ohne Details zu den kommerziellen Konditionen zu nennen.
Alle Termine und Uhrzeiten für Deutschland, Österreich und die Schweiz haben wir in GTA 6: Der große Trailer feiert Weltpremiere auf Netflix zusammengefasst.
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Aussagen und Zahlen basieren auf der Take-Two-Quartalsmitteilung vom 7. August 2026 sowie Berichterstattung von Variety, Cosmic Book News und Newzoo-Analysen via Video Games Chronicle.
